Druckversion

Acht knifflige Interviewfragen

CareerBuilder.de

Bringt der Gedanke an ein Bewerbungsgespräch Ihre Hände zum Schwitzen und verursacht Ihnen quälenden Juckreiz am ganzen Körper? Hören Sie auf, sich zu kratzen. Sie befinden sich in dieser Hinsicht in guter Gesellschaft.

Bei der überwiegenden Mehrheit der Arbeitssuchenden sind in Anbetracht eines bevorstehenden Bewerbungsgesprächs negative Emotionen im Spiel, angefangen von leichtem Unbehagen bis hin zur nackten Panik. Die gute Nachricht ist, dass noch kein Bewerber bei einem Vorstellungsgespräch aus Nervosität gestorben ist. Entspannen Sie sich also und halten Sie sich an die folgenden simplen Tipps, um Ihre Unruhe vor und während des Gesprächs im Zaum zu halten.

Nehmen Sie sich in erster Linie ausreichend Zeit, um sich auf das Gespräch vorzubereiten. Mit einer soliden Vorbereitung stärken Sie Ihr Selbstvertrauen und verringern Ihr Angstgefühl. Experten raten, für die Vorbereitung pro Vorstellungsgespräch mindestens drei Stunden einzuplanen.

Sie sollten dabei Antworten auf die häufigsten Interviewfragen ausarbeiten und diese ein paar Mal laut vorsprechen. Außerdem sollten Sie Informationen zu dem Unternehmen sammeln, bei dem Sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, und sich selbst einige Fragen überlegen. Dadurch vermitteln Sie Ihrem Gesprächspartner den Eindruck, dass Sie an dem Unternehmen und der Position ernsthaft interessiert sind.

Als letzten Schritt Ihrer Vorbereitung sollten Sie überprüfen, ob Sie eine gute Wegbeschreibung zum Ort des Vorstellungsgesprächs haben. Einige Bewerber fahren sogar einen Tag vor dem Interview die Strecke bis zur genannten Adresse ab, um somit sicherzustellen, dass die Beschreibung stimmt und um vorab einschätzen zu können, wie lange die Fahrt dauern wird.

Ein Bewerbungsgespräch ist oft wie eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Obwohl jeder Gesprächpartner unverwechselbar ist und die Fachfragen von Branche zu Branche variieren, gibt es einige Fragen, die immer wieder gestellt werden. Eine erste Vorbereitung ist es, die folgenden Fragen durchzugehen und eigene Antworten darauf zu finden. Vergessen Sie zum Schluss nicht: Übung macht den Meister! Sie können einen potenziellen Arbeitgeber kaum mehr beeindrucken, als wenn Sie sich für alle möglichen Wechselfälle des Lebens gewappnet zeigen.

1. Warum sollen wir gerade Sie einstellen?
Mit der Beantwortung dieser Frage haben Sie die Möglichkeit, sich selbst anzupreisen. Sie müssen kurz und knapp Ihre Stärken, Qualifikationen und alle Vorzüge aufzeigen, die Sie in die Waagschale zu werfen haben. Sie dürfen sich in der Antwort jedoch nicht mit Gemeinplätzen zufrieden geben. Nahezu alle Bewerber werden darauf antworten, dass sie engagiert und motiviert seien. Heben Sie sich von der Masse ab, indem Sie dem Gesprächspartner ganz individuelle und beeindruckende Qualitäten nennen.

2. Warum möchten Sie ausgerechnet bei uns angestellt sein?
Mit dieser Frage wollen die Gesprächspartner überprüfen, ob Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben. Gehen Sie nie zu einem Interview, ohne zuvor Informationen über das Unternehmen, seine Ziele und die Branche, in der es angesiedelt ist, einzuholen. Wenn Sie Ihre Recherchen erfolgreich betrieben haben, gibt Ihnen diese Frage die Möglichkeit, eigene Initiative zu zeigen und zu erläutern, inwiefern Sie Ihre Erfahrungen und Qualifikationen zum Nutzen des Unternehmens einzubringen gedenken.

3. Worin sehen Sie Ihre hauptsächlichen Schwächen?
Der Trick bei der Beantwortung dieser Frage ist, eine Schwäche ehrlich einzugestehen, jedoch dabei gleichzeitig, aufzuzeigen, wie Sie diese in eine Stärke umgewandelt haben. Wenn Sie beispielsweise früher ein Ordnungsproblem hatten, sollten Sie aufzeigen, welche Schritte Sie unternommen haben, um mit dem Chaos aufzuräumen. So zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, sich selbst realistisch einzuschätzen, Ihre Schwächen zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen.

4. Aus welchem Grund haben Sie Ihre letzte Stelle aufgegeben?
Selbst wenn Sie sich von der alten Firma im Bösen getrennt haben, müssen Sie hier aufpassen, die Frage nicht negativ zu beantworten. Seien Sie so diplomatisch wie nur irgend möglich. Wenn Sie aber unbedingt die negativen Seiten an Ihrer früheren Stelle erwähnen müssen, sollten Sie etwas Positives dagegen stellen. Wenn Sie sich endlos über die frühere Firma beklagen, wird das kein vorteilhaftes Licht auf Sie werfen.

5. Beschreiben Sie eine Problemsituation und wie Sie diese gelöst haben.
Auf diese Frage sofort etwas parat zu haben, ist mitunter schwierig, besonders dann, wenn Sie noch nicht viel Berufserfahrung vorzuweisen haben. Gesprächsleiter wollen so erfahren, ob Sie kritisch denken und Lösungen entwickeln können, egal welches konkrete Problem Sie dabei im Auge haben. Auch wenn Ihr Problem schlicht darin bestand, nicht ausreichend Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu haben, beschreiben Sie, wie und welche Prioritäten Sie gesetzt haben. Sie zeigen so, dass Sie Verantwortung übernehmen und eigenständig durch widrige Umstände steuern können.

6. Auf welche Verdienste sind Sie besonders stolz?
Der Kniff mit dieser Frage ist, einen ganz konkreten Verdienst auszuwählen, der einen Bezug zu Ihrem künftigen Job aufweist. Auch wenn Ihr größter Verdienst darin besteht, dem Auswahlteam für die nächste Handballmeisterschaft anzugehören, entscheiden Sie sich besser für eine berufsspezifischere Leistung. Bedenken Sie, welche Qualitäten für das Unternehmen von Interesse sind, und geben Sie ein Beispiel, an dem Sie aufzeigen können, wie Sie den Anforderungen des Unternehmens entsprechen können.

7. Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
Diese Frage ist am schwierigsten zu beantworten, besonders für Bewerber mit wenig Erfahrung. Bevor Sie zum Bewerbungsgespräch erscheinen, sollten Sie als Erstes einen Tarif- und Gehaltsspiegel zu Ihrer Branche studieren, um eine Vorstellung zu bekommen, was Sie realistischerweise verlangen können. Halten Sie sich mit Gehaltsverhandlungen zurück, bevor Sie ein Einstellungsangebot vorliegen haben. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner wissen, dass Sie zum richtigen Zeitpunkt offen sind für die Aushandlung einer angemessenen Vergütung. Wenn man unbedingt eine konkrete Antwort hören will, nennen Sie keinesfalls eine konkrete Zahl, sondern immer eine Spanne.

8. Erzählen Sie uns von sich.
Während diese Frage wie ein Sahnehäubchen daher kommt, sollten Sie sie aufgrund der breit gefächerten Antwortmöglichkeiten nicht unterschätzen. Wichtig dabei ist es, im Hinterkopf zu behalten, dass der Gesprächspartner meist keine Details über Ihre Heimatstadt hören möchte oder was Sie an den Wochenenden machen. Hierbei geht es darum, Näheres über Ihre beruflichen Erfahrungen und Bestrebungen herauszufinden. Stellen Sie ein oder zwei Aspekte aus Ihrem Lebenslauf, Ihren Berufserfahrungen und Ihren Karrierezielen heraus und bleiben Sie bei dieser Auswahl. Schließen Sie Ihre Ausführungen damit ab, dass Sie gern in diesem Unternehmen mitarbeiten möchten. Wenn Sie auf diese Frage eine fundierte Antwort in petto haben, können Sie dem weiteren Gesprächsverlauf eine Ihnen genehme Richtung geben und Sie können z. B. genauer auf Ihre Qualifikationen eingehen.



Letztes Update 06/10/2009 - 9:31 AM