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Auf Jobsuche im Web 2.0

Stephanie Loleit, CareerBuilder.de

 



Millionen von Menschen nutzen täglich soziale Netzwerke im Internet. Während sie sich nicht hauptsächlich dort aufhalten, um nach einem neuen Job zu suchen, sind viele von ihnen gleichzeitig genau dies -- auf Jobsuche.

Auch Unternehmen haben soziale Medien für sich entdeckt. Einer Studie der Universität Oldenburg mit dem Internetunternehmen Construktiv zufolge nutzen 60 Prozent der 100 größten Marken hierzulande bereits soziale Medien. Rund 30 Prozent aller Neueinstellungen kommen in Deutschland mittlerweile über soziale Netzwerke zustande, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben hat.

Twittern Sie schon?

Viele Unternehmen nutzen längst den Microblogging-Dienst Twitter und zwitschern täglich ihre Jobangebote in die virtuelle Welt hinaus. Laut der Uni Oldenburg/Construktiv-Studie ist Twitter der beliebteste Social Media-Dienst in Deutschland: 39 Prozent der größten Marken nutzen ihn. Die Tendenz steigt bei Unternehmen aller Größen.

So ist z.B. auch die Berliner Personalvermittlung jobs in time holding GmbH mit einem Profil auf Twitter vertreten und bringt Stellenangebote so direkt zu den Nutzern. Die Voraussetzung dafür ist, dass diese dem Unternehmen „folgen", um sich mit ihm zu vernetzen.

Wenn Sie also Twitter für Ihre Jobsuche einsetzen wollen, sollten Sie möglichst vielen Firmen und anderen Usern auf Twitter folgen, die nützlich für Ihre Jobsuche sein könnten. Es gibt auch unzählige „Twitterer", die Trends auf dem Arbeitsmarkt beobachten und Karrieretipps geben.

Olivera Wahl, Social-Media-Beraterin und Internet-Projektleiterin aus Köln, gibt einen Tipp zur Jobsuche auf Twitter: „Man kann den Dialog zu anderen Nutzern suchen und wird so eventuell von einer Stelle erfahren, bevor sie offiziell ausgeschrieben wird", sagt sie. „Wichtig ist, dass man nicht nur Belanglosigkeiten twittert und es mit dem Selbstmarketing nicht übertreibt."

Treffpunkt Facebook

Das größte soziale Netzwerk Facebook mit mehr als 350 Millionen Nutzern weltweit und rund 6,2 Millionen Mitgliedern in Deutschland ist auch bei Unternehmen immer beliebter. Bereits 28 Prozent der 100 größten Marken nutzen Facebook laut der Uni Oldenburg/Costruktiv Studie.

Auch Bayer Business Consulting, eine der fünf erfolgreichsten Inhouse Management Beratungen in Deutschland, nutzt einen Auftritt bei Facebook,um Absolventen und Jobsuchenden eine Informationsquelle zu bieten. „Wir wollen Absolventen, die sich bereits für Bayer interessieren, einen authentischen Eindruck unseres Unternehmens geben", sagt Bernd Schmitz, Leiter Hochschulmarketing bei Bayer. „Unser Ziel ist es, bei den herausragenden Bewerbern zu punkten und sie schließlich für Bayer zu gewinnen."

Employer Branding per Social Media

Über Facebook erreichen Unternehmen Nutzer auf direktem Wege und erhöhen so ihren Bekanntheitsgrad. Nutzer können „Fans" der Firmenseiten werden, übernehmen automatisch einen Link auf die Seite in ihr Profil und verbreiten dies somit im Netzwerk. Viele hochqualifizierte potenzielle Bewerber erfahren so von dem Unternehmen. „Social Media-Anwendungen, insbesondere Facebook, zahlen sehr stark auf unser Employer Branding ein und tragen zum positiven Image von Bayer bei", so Schmitz.

Diese Vorteile nutzt auch die Deutsche Postbank AG mit ihrem Auftritt auf Facebook, wie Vera Strack, Personalmarketing Deutsche Postbank AG verdeutlicht: „Facebook hilft uns, mit unseren Zielgruppen in Kontakt zu treten und zu kommunizieren", sagt sie. „Ein gutes Beispiel dafür ist der Postbank Finance Award: Durch seine Darstellung auf Facebook gewinnen wir Kontur im Sinne des Employer Branding. Die klassische Personal-Rekrutierung ist dabei tendenziell von geringerer Bedeutung."

Direkter Kontakt zum Wunsch-Arbeitgeber

Jobsuchende erfahren über Facebook Neuigkeiten aus dem Unternehmen, lernen die Produkte und Dienstleistungen kennen und können sich so ein umfassendes Bild von der Firma machen. Zudem können sie mit dem Unternehmen in den Dialog treten. „Wir treten oft in direkten Kontakt mit Absolventen, die sich für Bayer Business Consulting interessieren", sagt Schmitz. „Beispielweise laden wir sie ein, während eines Mittagessens Mitarbeiter kennenzulernen und praxisnahe Informationen zu erhalten."

Vor allem aber erfahren die Fans über Facebook von offenen Stellen, oder es ergeben sich alternative Wege, die zu einer Stelle führen.

Wichtig: Ihr Online-Ruf

„Etwa 30-80% der Unternehmen 'googeln' nach Bewerbern", weiß Olivera Wahl. „Daher ist das eigene Online-Image für jeden Bewerber wichtig." Im Rahmen der Give-Initiative von der Agentur für Arbeit erklärt die Social-Media-Beraterin Jobsuchenden, wie sie ihren Online-Ruf positiv beeinflussen können. Hier ein paar ihrer Tipps:

1. Werden Sie zum Experten. „Finden Sie heraus, wo Ihre beruflichen Stärken liegen", rät Wahl. „Am stärksten fällt man mit frischen Ideen auf." Eine Event-Planerin auf Jobsuche etwa organisiert einen Branchentreff, lädt dazu ehemalige Kollegen und potenzielle Arbeitgeber ein und stellt interessante Themen vor. Die Ergebnisse fasst sie auf einer Website zusammen und künftige Termine veröffentlicht sie per Twitter, Facebook oder Xing.

2. Üben Sie Vorsicht. Lästern Sie in den Netzwerken nie über Kunden, Kollegen oder den Arbeitgeber. Olivera Wahl nennt Beispiele, die ihr schon begegnet sind: "Der Kunde war ja ganz nett, aber seine goldfarbenen Turnschuhe gehen gar nicht...", "Mein Chef hat meine Ideen geklaut und als seine ausgegeben". Das Twittern über Drogenexperimente oder Alkoholausschweifungen ist genauso tabu.

3. Seien Sie professionell.  Im Vordergrund Ihres Online-Profils sollten Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen stehen -- nicht Ihr Privatleben. Entfernen Sie also Bilder, Inhalte und Links und veröffentlichen Sie keine Kommentare, die potenziellen Arbeitgebern den falschen Eindruck über Sie vermitteln könnten.
"Ich sehe immer wieder Arbeitnehmer, die auf Facebook schreiben, dass sie keine Lust zum Arbeiten haben oder während der Arbeitszeit Spiele dort spielen", erzählt Online-Expertin Wahl. "Das ist sehr leichtfertig, denn man muss immer damit rechnen, dass sich solche Dinge schnell herumsprechen." 

4. Weniger ist mehr. Halten Sie Ihr Profil einfach. „Ich kann nur empfehlen, sich einige wenige Inhalte zu überlegen, die beruflich von Nutzen sein können und sich bei der Online-Kommunikation hierauf zu beschränken", sagt Wahl. "So kommt man gar nicht erst in die Versuchung, Privates zu veröffentlichen, das niemanden etwas angeht."

5. Seien Sie proaktiv.  Warten Sie nicht nur darauf, bis Sie jemand kontaktiert. Kontaktieren Sie selbst Leute, die in Firmen arbeiten, an denen Sie auch interessiert sind. Viele von Ihnen werden offen für den Dialog sein. Olivera Wahl gibt noch einen Tipp: „Man kann auch über Xing nach Mitarbeitern suchen, die beim Wunscharbeitgeber arbeiten und denen, die dort ein Twitter-Profil verlinkt haben, auch auf Twitter folgen. So ist man mittendrin."


Übrigens: Auch CareerBuilder.de ist auf Twitter und Facebook zu finden. Schauen Sie doch mal vorbei!


Letztes Update 12/01/2010 - 7:31 AM