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Stecken Sie in der Jobfrustfalle?

CareerBuilder

Wann begegnen uns schon morgens Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit ein glückliches Strahlen in den Augen haben und es kaum erwarten können, endlich ihr Tagewerk zu beginnen? Richtig -- selten, sehr selten, fast nie! Nahezu jeder ist dann und wann mal unzufriedem im Job -- und das kann sehr schnell zum dauerhaften Zustand werden. Diese Menschen gehen täglich den Weg, den Volker Kitz und Manuel Tusch in ihrem „Frustjobkillerbuch" beschreiben.

„Warum wir unzufrieden sind, hat nichts mit dem Job zu tun, den wir derzeit haben," meinen die beiden Autoren und fügen dem noch ganz simpel hinzu: „Es ist egal, für wen und wo Sie arbeiten. Der Job, den Sie haben, ist vermutlich der beste, den Sie bekommen können." Was Kitz und Tusch uns näherbringen, deckt sich nicht mit dem, was die meisten Karriereratgeber uns einflüstern. Und doch bringt es uns -- den „Un-Arbeitslosen" und damit wahren Frustrierten -- einige wertvolle Einsichten. 

Kaum ein Arbeitnehmer plagt sich nicht mit den vielen kleinen Ärgernissen herum, die täglich wiederkehrend im Job warten. Und jedes von ihnen scheint ein Grund mehr zu sein, den Job an den Nagel zu hängen und zu neuen Ufern auszubrechen. Doch wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Wasser an diesem neuen Ufer so viel klarer ist?

Wie Kitz und Tusch im ersten Teil ihres Buches darstellen, lauern da doch sicher wieder Dinge und Personen, die uns von irgendwoher bekannt vorkommen ...

Irgendwann schauen wir uns alle unser Gehalt einmal näher an ...
Dabei stellen wir in aller Regel fest: Es ist viel zu niedrig! Nur zu oft haben die Gehälter einen durchnittlichen, manchmal sogar unterdurchschnittlichen Wert. Und wer will schon nur Durchschnitt oder noch weniger sein?
Wenn Sie also den Job wechseln wollen, weil Sie sich unterbezahlt vorkommen, dann überlegen Sie gut: Wie viele Leute kennen Sie, die ihr Gehalt als angemessen empfinden? Und wenn das dann niemand oder kaum jemand ist -- dann spricht vieles dafür, dass auch Sie in Ihrem nächsten Job, nach Ihrem nächsten Gehaltssprung, kaum zufriedener sein werden als jetzt.

Das Bedürfnis nach Anerkennung ist tief in uns eingebrannt ...
Fakt jedoch ist: Anerkennung ist in der Arbeitswelt ein rares Gut. Können wir das durch einen Jobwechsel ändern? Dass so viele Menschen sich über „mangelnde Anerkennung" beklagen, ist ein Indiz dafür, dass wir kein Einzelfall sind.
Es gibt auf der Welt mehr als 6,6 Milliarden Menschen -- jeder ein Individuum. Und doch funktioniert der Alltag nur, wenn er wie ein Massengeschäft organisiert ist. Das Bewusstsein, zwar ein Individuum, aber eben nur eines unter sehr, sehr vielen anderen zu sein, ist bitter. Aber wir können es leider nicht ändern, nicht in unserem jetzigen Job und nicht in irgendeinem anderen.

Wir haben den Eindruck, dass wir nicht ausreichend gestalten können, ...
nicht genug Einfluss auf Entscheidungen haben, auf das, was am Arbeitsplatz geschieht. Das Prinzip „Teamwork" weist uns nur bestimmte Steine im Gesamtmosaik zu, wo unser Beitrag am Ende unterzugehen scheint. Lässt sich das mit einem Jobwechsel ändern?
Auch dieses Problem ist eng mit dem Umstand verbunden, dass wir nicht allein auf der Welt sind. Wir sind eng in verschiedene Systeme eingebunden -- die Abteilung, das Unternehmen, den Konzern. Damit das alles funktioniert, müssen sich die Beteiligten aufeinander abstimmen, sich an gemeinsame Regeln halten. Wenn jeder einfach nach seiner Vorstellung „gestaltet", bricht unsere Marktwirtschaft von heute auf morgen zusammen.

Auch der spannendste Job wird irgendwann zur Routine ...
Was auch immer wir tun -- an alles gewöhnen wir uns mit der Zeit. Der lähmenden Macht der Gewöhnung können wir nicht entkommen. Kaum machen wir etwas ein paar Monate lang, scheint uns alles andere auf der Welt unendlich interessanter. Das Neue lockt mit seinen Reizen. Aber welches Versprechen gibt es uns?
Um unseren Job so aufregend zu halten, wie wir es uns erträumen, müssten wir systematisch in sehr kurzen Abständen ständig etwas völlig anderes machen und nicht nur den Job, sondern auch regelmäßig die Branche wechseln. Praktikabel ist es aber nicht, schon deswegen nicht, weil uns mit einem solchen Lebenslauf bald kein Arbeitgeber mehr einstellt. Wir können uns also nur damit abfinden, dass die Begeisterung mit der Zeit nachlässt.

Beim nächsten Chef wird auch nichts anders!

Auch einige Leute werden Sie immer und überall nerven: Wenn Sie daran denken alles hinzuschmeißen, regen Sie sich meistens über ganz konkrete Personen auf: Sie regen sich über Ihren Chef auf, der Sie zu Unrecht kritisiert hat, ärgern sich über Ihre Kollegin, die mal wieder alle Arbeitsaufträge auf andere abgewälzt hat, und dem Kunden kann man es auch niemals Recht machen. Etwas sehr Wichtiges müssen wir uns dabei eingestehen: Die Welt ist nicht immer gerecht, weil Menschen keine „Gerechtigkeitsautomaten" sind. Wo Menschen sind, gibt es immer auch Ungerechtigkeiten.

Die meisten Probleme in unserem Job sind universell und wir werden sie durch einen Jobwechsel nicht loswerden können. Eine wichtige Erkenntnis: Beim nächsten Chef wird auch nichts anders! Doch die Probleme bleiben erst einmal bestehen. Wie Sie damit umgehen können und so den Job, den Sie haben, zu dem Job machen, den Sie wollen, erläutern Kitz und Tusch mit ein paar einfachen psychologischen Übungen im zweiten Teil ihres Frustjobkillerbuches.


Das „Frustjobkillerbuch" von Volker Kitz und Manuel Tusch, erschienen im Campus Verlag, ist für €19,90 im Buchhandel erhältlich: ISBN: 978-3-593-38666-9





Letztes Update 29/04/2010 - 8:14 AM